Die Ratten-Ladies
Hier stelle ich kurz die Ratten vor, mit denen ich bisher zusammengelebt habe und die dabei meine Zuneigung zu diesen Tieren immer wieder begründet und vertieft haben. Einige von ihnen werden auf den folgenden Seiten selbstverständlich themenbezogen erneut auftauchen.
- Cleo -
Die erste Ratte, mit der ich näheren Kontakt hatte (abgesehen von denen, die ich während meiner Lehre im Kuhstall getroffen habe....), gehörte meiner Freundin. Sie wurde ca. 2 1/2 Jahre alt und hatte in den letzten Monaten wegen eines (in dem Alter häufig auftretenden) Grauen Stars nach und nach fast vollständig ihr Sehvermögen verloren. Das schränkte sie jedoch noch nicht besonders ein; in unserer Wohnung fand sie sich auch blind zurecht und bewegte sich seitdem nur eben vorsichtiger. Als aber noch ein intensiver (sogenannter) Altersschnupfen dazukam und sie sich nur noch röchelnd umherschleppte, blieb leider nur noch der letzte Gang zum Tierarzt....
Cleo war eine sehr liebe, zutrauliche und kuschelfreudige Ratte, die leider nur gar zu gern in alle Arten von Kabeln und Textilien hineinbiss. Da wir sie anfangs noch allein hielten, hatte sie sich aber bereits nach kurzer Zeit angewöhnt, auf Zuruf herbeizukommen - bei mehreren Ratten ist es schwerer, sie an ihre Namen zu gewöhnen. Trotzdem ließen wir sie nicht allzu lange allein. Da ich selbst damals noch nicht ständig bei meiner Freundin wohnte, aber trotzdem auch ständig eine Ratte bei mir haben wollte, besorgten wir ihr mit Ronja eine nette kleine Gefährtin, die nur leider bereits vor ihr starb....

- Ronja -
Meine erste eigene Ratte hieß wie gesagt Ronja. Ich habe sie aus dem Tierpark Greifswald geholt und damit vermutlich vor einem Schlangen- oder Raubvogel-Magen gerettet. Ronja hatte einen enorm vorteilhaften Charakterzug - sie fraß nie irgendetwas an - weder Kabel noch herumliegende Textilien... Deshalb war ihr Käfig auch Tag und Nacht offen; schlafen tat sie meistens auf den "Schultern" der Bügel in meinem Kleiderschrank, bis ich ihr dort eines der Korb-Häuschen anbrachte. Wenn ihre nächtlichen Ausflüge sie über mein Bett führten, schnupperte sie nur kurz an meinem Gesicht und ließ mich weiterschlafen...
Leider wurde sie nur etwas über ein Jahr alt, da eine bösartige Flechte und eine Knochenverletzung aus einem bedauerlichen Unfall sie so mitnahmen, dass ich sie schließlich einschläfern lassen musste. Ihren Namen habe ich später an eine äußerlich und charakterlich ähnliche Ratte erneut vergeben (siehe unten).

- Kiki -
Meine zweite Ratte war Kiki, eine niedliche und sehr unternehmungslustige, aber nicht besonders kontaktfreudige Ratte. Ich habe sie noch an dem Tag, an dem Ronja eingeschläfert wurde, aus der Zoohandlung geholt. Wie unternehmungslustig sie war, sieht man hier links; die Uhr hing in über 2m Höhe und war nur über die Kette zu erreichen.....
Als sie ca. 2 Jahre alt war, entwickelte sich innerhalb von wenigen Tagen an ihrer Hüfte ein dickes Knochengeschwür, das sie fast völlig unbeweglich machte, so dass ich letztendlich auch sie nur noch einschläfern lassen konnte.

- Momo -
Momo war die einzige Ratte, die bei mir Junge bekam (siehe Ratten-Nachwuchs). Sie war extrem lieb und schmusesüchtig. Deshalb hatte ich sie trotz ihres Alters von bereits fast 14 Monaten zur Mutter "meiner" Rattenbabys erkoren. Sie war dann auch eine rührende Mutter und hat ihre Babys zu genauso lieben Ratten erzogen, erkrankte aber leider sehr schwer, als die Kleinen ca. 6 Wochen alt waren, also (glücklicherweise) schon ohne ihre Mutter klarkamen.
Momo hatte danach unglaublich viel Wasser im Körper - laut Tierarzt wohl aufgrund einer Leberfehlfunktion - und sie fraß auch kaum etwas. Nachdem wir sie mit verschiedenen Medikamenten innerhalb von drei Tagen "entwässert", mit gekochtem Reis vor dem Hungertod gerettet und ihre Ernährung weitgehend umgestellt hatten (nichts Fetthaltiges, also keine Nüsse mehr usw.), ging es eine Woche lang bergauf, bis ihr Körper innerhalb von nur einer Nacht ein weiteres Mal voller Wasser war und sie am nächsten Morgen, gerade als ich mit ihr wieder zum Tierarzt gehen wollte, verstarb. Ich gehe davon aus, dass der Stress durch die Trächtigkeit und die Aufzucht der Jungen diese Krankheit ausgelöst haben und muss schon daher jedem dringend davon abraten, Ratten im Alter von über einem Jahr noch Babys bekommen zu lassen.

- Ronja II -
Ronja II war die Schwester von Momo und ist im Juli 2000 im Alter von 2 Jahren und 9 Monaten gestorben. Sie hatte in den letzten Lebenswochen ein deutlich hervortretendes Geschwür an der linken Seite, das sie aber nicht behinderte und ihr offenbar auch keine Schmerzen verursachte, da sich ihr Verhalten danach in keinster Weise änderte. Deswegen und wegen ihres doch schon recht hohen Alters habe ich auf eine Operation verzichtet.
Sie war zeitlebens eine liebe, zutrauliche und trotz der Geschwulst auch bis zum letzten Tag aktive und kontaktfreudige Rattendame und verabschiedete sich eines Nachts - zwar angesichts ihres Alters nicht gänzlich unerwartet, aber ohne vohergehende Anzeichen - plötzlich und ohne lange Leiden für immer aus unserem "Rudel".

- Miri -
Miri starb am gleichen Tag wie Ronja II, hatte es dabei aber leider sehr viel schwerer als sie. Sie war eine von Momos Töchtern (siehe Ratten-Nachwuchs) aus dem Wurf vom Februar 1999 und vermutlich die liebste und schmusesüchtigste von ihnen. Sie kam völlig nach ihrer Mutter...... Während die anderen beiden (Nikita und Schröder, siehe unten) allerdings wie viele rötliche Ratten immer dicker wurden, begann Miri irgendwann regelrecht abzumagern, bis sie schließlich nur noch Haut und Knochen war.
Ausgelöst wurde das durch eine Lungenkrankheit, vermutlich wiederum eine Art Krebs; jedenfalls war es medikamentös nicht therapierbar und erschwerte Miri das Luftholen so sehr, dass sie alle Kraft und Energie zum Atmen verbrauchte und abgesehen von ganz kurzen Ausflügen nur noch röchelnd an ihren Lieblingsplätzen herumsaß. Ich habe so ziemlich alles ausprobiert, um sie wieder aufzupäppeln und ihr so viel und so energiereiche Nahrung wie möglich zur Verfügung gestellt - ohne Ergebnis. Am Ende blieb auch hier nichts anderes übrig, als sie im Alter von nur einem Jahr und 5 Monaten einzuschläfern.

- Nikita und Schroeder -
Auch die anderen beiden Geschwister aus dem Wurf vom Februar 1999 - die beiden roten auf dem Foto - wurden leider nicht einmal 2 Jahre alt. Nikita - ein kontaktfreudiges und verspieltes Mädchen - bekam mit etwas mehr als anderthalb Jahren eine schnell wachsende Geschwulst an der rechten Bauchseite. Diese ließ sich zunächst problemlos operativ entfernen, und Nikita schien sich direkt nach der OP auch schon wieder zu erholen. Nur 5 Stunden später ging es allerdings rapide bergab; sie zitterte und kühlte extrem schnell aus, obwohl ich noch versuchte, sie warmzuhalten, und starb innerhalb einer knappen halben Stunde, ohne dass ich noch irgendetwas tun konnte. Sehr ärgerlich, zumal die Geschwulst Nikita noch nicht einmal ernsthaft behindert hatte und die OP vermutlich noch gar nicht so dringend nötig war....
Schröder hatte es (hoffentlich) etwas leichter. Sie hatte bis zuletzt ausser einem leichten Schnupfen keinerlei Krankheitszeichen und schien sich immer wohlzufühlen. Sie war zwar anfangs etwas scheuer als die anderen - möglicherweise weil sie eigentlich zu einem damals 14-jährigen Mädchen aus dem Bekanntenkreis des Sohnes meiner Freundin ziehen sollte, das sich auch schon mit ihr angefreundet hatte, deren Eltern aber dann nicht einverstanden waren, so dass sie bei mir bleiben musste.... Das gab sich allerdings mit der Zeit; mit Nikita war sie ein tolles Team. Ein paar Tage nach Nikitas Ableben lag allerdings auch sie eines morgens einfach tot im Käfig.

- Tilly -
Tilly gebührt eigentlich eine ganz eigene Rubrik. Sie wurde fast dreieinhalb (!) Jahre alt und musste am Ende (Mai 2001) nur deshalb eingeschläfert werden, weil sie einen nicht operierbaren Tumor am Bauch hatte, der irgendwann zu riesig wurde, als dass man ihr das noch länger hätte zumuten können. Sie lief zwar nach wie vor herum und versuchte sogar zu klettern, aber der Tumor war am Ende so dick, dass sie mit den Hinterbeinen kaum noch auf den Boden kam und ihre Haut richtig durchgescheuert war.
Auch Tilly stammte aus der Zoohandlung, aus dem Wurf einer grazilen, fast völlig schwarzen Rattendame, der fast ausschließlich aus wildfarbenen Babys bestand. Am liebsten hätte ich die Mama auch mitgenommen; aber sie gehörte schon jemandem und sollte nur so lange in der Zoohandlung bleiben, bis alle Babys verkauft waren. Also habe ich eine Illusion raktiviert, der wohl viele Rattenliebhaber irgendwann mal begegnen: Ich wollte schon immer mal eine wilde Ratte einkreuzen und fand, dass das hier schon passiert sein musste.... Ich habe eins der wildfarbenen Babys gekauft, das ich übereinstimnmend mit dem Verkäufer für ein Männchen hielt, um später entweder Ronja oder Momo (siehe oben) von ihm decken zu lassen....
Naja; es war dann doch ein Weibchen, aber als wir es nach einigen Tagen merkten (weil einige der in der Zoohandlung verbliebenen Geschwister im Gegensatz zu unserem "Männchen" bereits beeindruckende Hoden entwickelt hatten), wollten wir sie trotzdem behalten, weil wir sie inzwischen total liebgewonnen hatten. Und das war auch gut so - es hat mir den Traum von der eingekreuzten Wildratte gründlich ausgetrieben.....
Tilly war von Anfang an durchaus menschenfreundlich - sie kam immer gern vorbei, lief auf mir herum und leckte mir die Lippen - wenn ich sie ließ <gg>... Aber wenn man sie anfassen wollte, um sie in den Käfig zu setzen oder einfach nur mal zu streicheln, dann kam das Wilde in ihr durch, und sie rannte entweder weg oder biss sogar mal ziemlich derb zu... Das ließ zwar mit der Zeit etwas nach, aber sie blieb die scheueste von allen, obwohl sie später nicht mehr biss, sondern nur noch einen Biss andeutete (ganz zärtlich mit den Zähnchen den Finger nehmend...). Sie war also trotzdem durchaus liebenswert.
Außerdem war sie extrem schlank und sportlich; sie kletterte bzw. sprang auf Regale, die für alle anderen unerreichbar waren und hatte zudem in der Erziehung von Momos Babys eine Lehrer-Rolle übernommen, die echt beeindruckend war.... Sowas von vernünftig und nachsichtig mit den übermütigen Kleinen - richtig erwachsen..... Trotz alledem; ich gehe inzwischen davon aus; dass man in jedem Fall davon absehen sollte, wilde Ratten einzukreuzen; die Babys werden in ihrem Verhalten dem Menschen gegenüber vermutlich meist problematischer als solche, die nur von Farbratten stammen.

Die in meinem Banner erwähnten "Five Ladies" - meine bislang letzten Ratten - waren Ronja II, ihre Nichten Miri, Nikita und Schröder sowie Ersatzmutter Tilly. Sie waren meine Belegschaft, als ich das Banner gebastelt habe. Seit dem Ableben von Tilly, der letzen Diva aus dieser Runde, habe ich keine Ratten mehr. Sollte sich dies - wovon ich schon aus beruflichen Gründen leider nicht ausgehen kann - irgendwann ändern, gibt es natürlich News an dieser Stelle.

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